website templates

Meine Gedanken...

... verfasse ich sehr gern in kleine kurze Texte und Geschichten. Diese spreche ich dann meistens ein und lade sie als Video auf Youtube hoch. Wenn du aber gerne liest, dann kannst du sie hier anschauen.

 

 

 

 

Ein Leben ohne SORGEN?

Stell dir vor es ist April und das Wetter macht NICHT was es will...
Stell dir vor es ist April und das Wetter macht NICHT was es will. Die Sonne scheint und weit und breit sind alle Menschen glücklich. Stell dir vor, der Frühling ist bereit und lockt mit tollen Düften. Jeder Tag, dass kannst du wissen, wird wohlig schön, entspannt von lauen Lüften. Stell dir vor, dass dein Leben frei von allen Problemen, kerzengerade nach vorn verläuft, nur nach deinen Wünschen. Stell dir vor, dass niemals nicht was Schreckliches passiert oder jemand dich nicht mag. Stell dir vor, alles in deinem Leben wäre einfach toll, schön und perfekt.
Dieser Gedanke, JA dieser Wunsch klingt mehr als verlockend. Wie oft träume ich davon keine Sorgen mehr zu haben und einfach frei zu sein. Doch wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin und daran denke wie viel ich verpasst, nie erlebt, gesehen oder gefühlt hätte; wenn ich daran denke, was für ein steifer, intoleranter und langweiliger Mensch ich geworden wäre, wenn ich daran denke, dass ich nie wahres Glück erfahren hätte, wenn mein Leben ganz strikt nach einem Plan verlaufen wäre. Erst wenn du durch die Unwegsamkeit des Lebens waten musst, lernst du es richtig zu schätzen:
Ich wohne mit meiner Familie in einem kleinen netten Reihenhaus in einer besinnlichen Kleinstadt, die nur 15min von Leipzig entfernt ist. Mittlerweise ist unser Häuschen schon 17 Jahre alt und braucht hier und da ein wenig Fürsorge von uns. Letztes Jahr haben wir die Küche, den Flur und die Wohnstube neu eingerichtet, auch mit neuem Laminat. Vor zwei Wochen, ich gehe gerade aus meinem Zimmer in die Küche um mir etwas zu Essen zu machen, sehe ich, dass sich die Tapete in unserer Wohnstube ein wenig nach oben wellt. Naja, was soll ich sagen. Am nächsten Morgen war es nicht mehr nur die eine Wand in der Wohnstube. Im Flur, in der Küche und in der Abstellkammer begann sich die Tapete von der Wand zu lösen. Nach einem Tag kam der Klempnermeister. Diagnose: Die Klemme der Warmwasserleitung ist undicht, der ganze Estrich ist voll mit Wasser gelaufen. Die Nässe zieht sich jetzt hoch in die Wände. Das Laminat, die Möbel die Einrichtung – alles muss raus. Die Küche, der Putz, die Fliesen – alles muss weg. Alles wird getrocknet und hinterher neu eingebaut. Zum Glück trägt unsere Versicherung den größten Teil der Kosten. Diese Wette haben wir gewonnen! Naja, auf jeden Fall mussten wir ausziehen. Wie lange? Keiner weiß das genau. Acht Wochen wird es aber mindestens dauern.
Wir hatten wirklich Glück im Unglück. Meine Oma hat sich dazu bereit erklärt zu Familie und Freunden zu ziehen und uns ihre Wohnung überlassen. Nun sitze ich hier vor meinem Rechner, eingepfercht in ein kleines Zimmer meiner Großmutter. Schlecht ist es nicht, nur merke ich jetzt wie schön und groß mein Altes war. Ich konnte darin tanzen, laufen mich bewegen. Ich konnte durch die Dachfenster in den Himmel schauen und das sich im Kronleuchter reflektierende Licht beobachten. Hier fühle ich mich irgendwie eingesperrt, wie in einem Käfig. Dass meine Oma natürlich auch kein gutes Internet hat, davon brauche ich erst gar nicht anfangen zu erzählen. Und doch führt es dazu, dass mich dieser Käfig wieder näher zu meiner Familie führt. Ich gehe mit Ihnen wieder spazieren, setze mich zum Fernsehen schauen in die Wohnstube und helfe mehr beim Kochen in der Küche. Das kleine Zimmer drängt mich raus und zeigt mir, wie schön es doch sein kann, etwas Neues zu sehen. Mein Leben ist wunderschön, egal wo ich bin und an welche Verhältnisse es sich anpassen muss. Ich lerne jeden Tag dazu, erfahre tolle Dinge und lerne großartige Menschen kennen.
Habt keine Angst vor der Zukunft. Behaltet sie im Auge und macht das Beste aus eurer Situation. Das Leben hält nicht nur Rosen für uns bereit. Ich ziehe das Unglück förmlich an. Ich werde unfassbar schnell krank, bin fast an Zwergfadenwürmern gestorben und beinahe durch mein Abi gefallen. Am Ende habe ich aber immer weitergekämpft, eben nicht aufgeben und mich nicht immer wieder gefragt, warum gerade mir das alles passiert. Aus Unglück kann dadurch wunderschöne Freude gedeihen, auch wenn es oft sehr schwer ist. Wenn ihr gerade in einer schweren Lage seid und euch unglücklich fühlt, dann kommt gern auf meinen Teamspeak und redet mit mir. Das teilen von Problemen gibt häufig wieder Hoffnung. Ich bin extrem froh über die Erfahrungen die ich erlebt habe, denn dadurch habe ich etwas zu erzählen. Ich kann dadurch besser mitfühlen und verstehen. Und vor allem hat es mich zu diesem Menschen gemacht, der ich heute bin.
Wir haben gerade beim Internetanbieter meiner Großmutter angerufen, wenn alles so funktioniert haben wir nächste Woche 200mbits. Wie awesome ist das bitte! Also wenn das alles klappt seht ihr bald das nächste BAD COVER von Annemykantarei.
Um an dieser Stelle Sturmwaffel zu zitieren: „85% von euch, die dieses Video schauen, haben meinen Kanal noch nicht abonniert. Also holt es schnell nach. Und vergesst nicht die Glocke zu aktivieren und zu Liken.“ Die Kochvideos von Sturmi sind einfach großartig. Ich habe eines einfach mal in der Endcard verlinkt. Vielleicht habt ihr ja Bock und klickt einfach mal vorbei. Das mit den 85% stimmt übrigens. Tschau!

 

 

 

 

Hörst du das Zwitschern der Vögel?

Eine Geschichte über unser Leben und die Zukunft
Bemerkst du das Zwitschern der Vögel? Das Kitzeln der Sonne in deiner Nase? Das leise Spielen des Windes durch die Birken? Den süßlich stechenden Duft der Hyazinthen? Das Gras, die Büsche, die Bäume – alles grün. Die Tulpen, die Ranunkeln, die Krokusse – alles bunt.
Mia ist gerade auf dem Heimweg von der Schule. Sie schlendert ein wenig gedankenversunken an den Vorgärten der Wohnsiedlung entlang. Ganz intuitiv bleibt sie am Zaun eines alten, leicht herunter gekommenen Hauses stehen und späht durch die kleinen Löcher in der ungepflegten Hecke. Es ist das letzte große Haus der Siedlung. Danach findest du nur noch ein paar alte Lauben, den Wald und eine Bushaltestelle. Sonst läuft Mia immer mit ihrem besten Kumpel Leon nach Hause. Hier ist der Ort an dem Mia links in einen kleinen Waldweg einbiegt und Leon auf den Bus nach Kraja wartet. Meistens bleiben sie dann genau hier stehen, schauen auf das alte Gebäude, die dunklen schmutzigen Fenster und füttern die Ziege, die ab und zu ihren alten Kopf durch das Gitter streckt.
Heute aber geht Mia ganz allein nach Hause. Leon hat einen Zahnarzttermin und wurde von seinen Eltern abgeholt. Ein lautes Dröhnen unterbricht das Zwitschern der Vögel. Ein schwarzes Motorrad brettert aus dem Wald und düst in Richtung Dorf davon. Mia löst erschrocken ihren Blick von dem alten Haus, schaut sich erstaunt um und biegt in den kleinen Wanderweg ein, der zu ihrem Haus führt. Mia wohnt am äußersten Zipfelchen des Dorfes in einem großen alten Backsteinhaus mit kleinen Gauben und lustigen Türmchen. Früher hatte es dem Jäger gehört, bevor es vor 13 Jahren Mias Eltern gekauft haben. An der Haustür wird Mia bereits von Lucy begrüßt. Sie war gerade dabei ein paar Vögeln hinterherzujagen, doch Mia musste sie einfach fröhlich schnurrend um die Beine schleichen. Das tat sie immer und heute auch. Mia wirft ihren Rucksack in Wohnstube, geht in die Küche und holt sich ein Glas Mangosaft aus dem Kühlschrank. Damit setzt sie sich auf die Hollywoodschaukel im Garten, schaut hinaus auf das Blumenbeet der Mutter, den ungepflegten Rasen, die weiß blühenden Pflaumenbäume und die verwilderte Hecke die den Garten vom Wald trennt und versinkt in diesem Moment.
Mia hört das freudige Erzählen der Vögel, spürt das Kitzeln der Sonne in ihrer Nase, hört das leise Spielen des Windes durch die Birken, riecht den süßlich stechenden Duft der Hyazinthen. Das Gras, die Büsche, die Bäume – alles grün. Die Tulpen, die Ranunkeln, die Krokusse – alles bunt.
Wenn man bedenkt, flüstert Mia leise, Wenn man bedenkt, dass wir das alles hier zerstören, weil wir es nicht lassen können, die Umwelt für unseren Profit zu verschmutzen, ist das schon ziemlich traurig. In der Schule haben sie heute über die anstehende Europawahl gesprochen, über die Parteien und deren Ziele. Der Lehrer hat gesagt, dass er seine Meinung nicht sagen dürfte, aber die Wahrheit liegt meist in der Mitte. In der Mitte! Was soll das denn heißen? Naja, im Alltag mag das manchmal ganz gut funktionieren. Zum Beispiel beim Thema Essen: Das eine Extrem ist ich esse gar nichts, das Andere ich esse alles – da liegt die Wahrheit in der Mitte – nur so viel wie ich Hunger habe. Oder beim fahren mit dem Fahrrad: Ich kann entweder so langsam, dass ich umfalle oder so schnell fahren, dass ich nichts mehr sehe und gegen den Baum fahre. Auch hier liegt die Lösung in der Mitte: Ich fahre so schnell wie ich sicher fahren kann. Kann man das Prinzip also auch auf alle Bereiche im Leben anwenden? – Mia überlegt kurz, setzt sich unter den Pflaumenbaum und schaut durch das Blütenmeer in den Himmel. Nein, so geht das nicht. Das ist extrem vom Thema abhängig. Wenn ich mich z.B. frage: Wie oft sollte ich meine Freunde schlagen. Mehrfach am Tag, oder gar nicht. Wie oft sollte ich meinen Müll wegräumen und in die Tonne schmeißen: Immer oder gar nicht. Hier liegt die Wahrheit eben nicht in der Mitte. Natürlich lässt man niemals Müll liegen und schlägt natürlich auch niemals seine Freunde und keine anderen Menschen.
Genauso wie bei Fragen des Alltags gibt es in der Politik auf der einen Seite konservative Parteien, denen Gerechtigkeit, Toleranz und die Umwelt total egal sind und alles so belassen wollen wie es ist. Die der Meinung sind: Schwule und Juden – das sind auch Menschen. Aber Menschen zweiter Klasse. Viele Menschen fahren 2. Klasse und schadet es Ihnen – NEIN.
Auf der anderen Seite gibt es sozial liberale Parteien, die gerne die Ungleichheit zwischen arm und reich bekämpfen, für Toleranz stehen und Chancengleichheit schaffen wollen, um dadurch jedem die Möglichkeit zu geben unsere Umwelt zu schützen. Die gegen Plastikmüll und unsaubere Fabriken stehen und funktionierende Konzepte zum Klimaschutz entwickelt haben. Wer nun aber auch hier der Meinung ist, die Wahrheit liege in der Mitte – man nehme sich ein wenig Umweltschutz, aber auch ein wenig Schwulenhass heraus, ja der, ja der schlägt auch regelmäßig seine Freunde. Warum? Warum stellen sich viele Politiker blind und taub aller Veränderung und Stimmen der Jugend? Warum sorgen sie sich nicht um die Umwelt, unser aller Zukunft?
Diese Gedanken überschlagen sich in Mias Kopf. Sie steht auf, atmet tief und beruhigt sich ein wenig. Sie beobachtet die Vögel dabei, wie sie dropsig über die Wiese tapsen und dabei hier und da ein paar Würmer aus der lockeren Erde picken. Der warme Frühlingswind umweht ihre schulterlangen blonden Haare.

Wenn du jetzt die gleichen Fragen im Kopf hast wie Mia, wenn du nicht ohnmächtig zuschauen möchtest wie um dich herum die Umwelt ganz langsam zerfällt, dann komm mit auf die Fridays for Future Demonstrationen. Das deine Stimme etwas bewirken kann, siehst du schon jetzt an den ganzen aufgebrachten Stimmen alter Politiker, die nicht wollen, dass sich die Menschen bewegen. Die bequem sich zurücklehnen und NICHTS verändern wollen. Schüler die am Freitag demonstrieren gehen, schwänzen nicht die Schule. Sie streiken und dabei einen großen Dienst an unserer Demokratie und helfen dabei unsere Welt noch im letzten Moment zu retten. Alle Informationen zu diesem Thema findest du in der Videobeschreibung. Vergiss zusätzlich am 23.03.2019 zu einer der Weltweiten Demos gegen Artikel 13 zu gehen. Hier haben versucht genau dieselben alten Politiker unser Internet durch eine Urheberrechtsreform anzugreifen. Weitere Informationen zu diesem Thema sind auch in der Videobeschreibung verlinkt. Klickt euch doch da einfach einmal durch!


 

 

 

 

Wer bist du?

Eine kleine Geschichte zu Weihnachten.
Es regnet. Schon wieder. Der Wind fährt durch die Bäume auf der gegenüberliegenden Seite der Landstraße und lässt sie wie kleine Puppen hin und her wippen. Ein kleiner Traktor kommt vom Feld gefahren, der Bauer winkt kurz und biegt dann unter lautem geächzte in einen kleinen Waldweg ein. Es ist Dezember. Genauer gesagt der 24. - heute ist Heiligabend. Mia löst ihren Blick vom Fenster. Wo bleibt denn der Schnee? Immer nur Regen, Sturm und Gewitter. Weihnachten ohne Schnee ist doch kein Weihnachten! Die kleine Wetterstation die neben dem Brotkasten im Regal steht kann Mia auch nicht weiterhelfen. Von Montag bis Sonntag nur Mistwetter. Für Freitag gibt es sogar eine Sturmwarnung. Warum liegt eigentlich in allen Weihnachtsfilmen zu Heiligabend Schnee? Das ist doch extrem unrealistisch. Bei 11°C kann doch gar nichts gefrieren. Das ist doch doof, jedes Jahrs aufs Neue zu hoffen, dass es rechtzeitig zu Weihnachten schneit. Wäre es dann nicht viel schöner, wenn man einfach mit dem Wetter, das gerade da ist zufrieden wäre? Wenn es zufällig zusätzlich noch schneit, umso besser! Mia wirft einen letzten Blick aus dem Fenster, schnappt sich eine Schere aus der Besteckschublade und stampft die Treppe hoch in ihr Zimmer. Sie möchte noch die Geschenke für ihre Omis einpacken. Eigentlich schenkt Mia ihren Verwandten nichts zu Weihnachten, schließlich verdient sie auch kein Geld, aber dieses Jahr hat sie im Kunstunterricht kleine hübsche Kästchen mit Sternen gebastelt. Während Mia die zwei mit Geschenkpapier umwickelten Päckchen betrachtet, fragt sie sich: Warum schenken wir uns eigentlich Dinge zu Weihnachten. Beschweren kann sie sich nicht, sie bekommt echt coole Geschenke von ihren Eltern, aber warum gerade zu diesem Anlass. Wäre es nicht viel sinnvoller Dinge zu verschenken, wenn sie derjenige gerade auch brauch? Natürlich ist Weihnachten eine Tradition und gerade für christliche Menschen gehört das schenken einfach dazu, wegen Jesus und so. Wäre es nicht viel cooler, wenn Weihnachten wirklich die Zeit der Besinnlichkeit wäre, die Menschen ihre Erwartungen herunterschrauben und gemeinsam eine schöne Zeit haben. Neben materiellen Dingen würde Liebe verschenkt werden, statt an sein inneres ICH würde an alle gedacht werden. Geschenke kann sich jeder selbst kaufen, Liebe jedoch nicht. Schenken ist etwas so tolles, dass man es doch nicht nur auf ein paar wenige Anlässe wie Weihnachten und den Geburtstag beschränken sollte. Schenkt immer, zu jeder Zeit und überall, ob Liebe oder Dinge. Dann muss ich auch keine 2 Monate mehr auf ein neues Handy warten, sondern bekomme es direkt, wenn ich es brauche. Das ist doch viel besser!  Mit diesen Gedanken im Kopf legt sich Mia auf ihr Bett, schnappt sich ein Buch vom Nachttisch und beginnt darin zu blättern. Sie hatte dieses Buch noch nie gesehen. Wie war es in ihr Zimmer gekommen? Auf jeden Fall hatte es einen schönen dicken Einband aus samtigem Stoff auf dem groß mit goldenen Lettern: Sofies Welt stand. Mia war neugierig und fing an zu lesen:  
Sofie warf die Schultasche in die Ecke und stellte Sherekan eine Schale mit Katzenfutter hin. Dann ließ sie sich mit dem geheimnisvollen Brief in der Hand auf einen Küchenhocker fallen. Wer bist du? Wenn sie das wüsste! Sie war natürlich Sofie Amundsen, aber wer war das? Das hatte sie noch nicht richtig herausgefunden. Wenn sie nun anders hieße? Anne Knutsen zum Beispiel? Wäre sie dann auch eine andere? Plötzlich fiel ihr ein, dass ihr Vater sie zuerst gern Synnove genannt hätte. Sofie versuchte sich auszumalen, wie es wäre,wenn sie die Hand ausstreckte und sich als Synnove Amundsen vorstellte - aber nein, das ging nicht. Dabei stellte sie sich die ganze Zeit eine andere vor. Nun sprang sie vom Hocker und ging mit dem seltsamen Brief in der Hand ins Badezimmer. Sie stellte sich vor den Spiegel und starrte sich in die Augen. "Ich bin Sofie Amundsen", sagte sie. Das Mädchen im Spiegel schnitt als Antwortnicht einmal die kleinste Grimasse. Egal, was Sofie auch machte, sie machte genau dasselbe. Sofie versuchte, dem Spiegelbild mit einer blitzschnellen Bewegung zuvorzukommen, aber die andere war genauso schnell. "Wer bist du?", fragte Sofie. Auch jetzt bekam sie keine Antwort, aber für einen kurzen Moment wusste sie einfach nicht, ob sie oder ihr Spiegelbild diese Frage gestellt hatte. Sofie drückte mit dem Zeigefinger auf die Nase im Spiegel und sagte: "Du bist ich." Als sie keine Antwort bekam, stellte sie den Satz auf den Kopf und sagte: "Ich bin du." Sofie Amundsen war mit ihrem Aussehen nie besonders zufrieden gewesen. Sie hörte oft, dass sie schöne Mandelaugen hätte, aber das sagten sie wohl nur, weil ihre Nase zu klein und ihr Mund etwas zu groß war. Die Ohren saßen außerdem viel zu nah an den Augen. Am schlimmsten aber waren die glatten Haare, die sich einfach nicht legen ließen. Manchmal strich der Vater ihr darüber und nannte sie "das Mädchen mit den Flachshaaren", nach einer Komposition von Claude Debussy. Der hatte gut reden, schließlich war er nicht dazu verurteilt, sein Leben lang schwarze, glatt herabhängende Haare zu haben. Bei Sofies Haaren halfen weder Spray noch Gel. Manchmal fand ihr Aussehen so seltsam, dass sie sich fragte, ob sie vielleicht eine Missgeburt sein könnte. Ihre Mutter hatte jedenfalls von einer schwierigen Geburt erzählt. Aber entschied wirklich die Geburt, wie man aussah? War es nicht ein bisschen komisch, dass sie nicht wusste, wer sie war? Und war es nicht eine Zumutung, dass sie nicht über ihr eigenes Aussehen bestimmen konnte? Das war ihr einfach in die Wiege gelegt worden. Ihre Freunde konnte sie vielleicht wählen, sich selber hatte sie aber nicht gewählt. Sie hatte sich nicht einmal dafür entschieden ein Mensch zu sein. Was war ein Mensch? Sofie sah wieder das Mädchen im Spiegel an. 
Was ist das für ein Buch? Wer ist diese Sophie? Mia ist nun vollkommen verwirrt. Ist diese Sophie genauso wie ich? Die Gedanken schwirren ihr wie ein Wespenschwarm in Kopf herum. Sie legt das Buch vorsichtig beiseite, stellt sich vor den Spiegel und sagt laut: „Wer bin ich?“ – Ja, wer bin ich überhaupt? Ich bin ich, dass hatte Sophie schon richtig herausgefunden, aber was ist dieses Ich und woher kommt es? Ich wurde von meiner Mutter geboren, also bin ich Tochter. Aber ich bin noch viel mehr. Ich liebe es zu zeichnen, also bin ich Zeichner. Ich liebe es zu lesen, also bin ich Leser. Ich liebe es mir kleine Geschichten auszudenken, also bin ich Erzähler. Das alles bin ich. Das alles bin ich gerade jetzt zu diesem Zeitpunkt, in diesem Moment. Im Gegensatz zu Sophie bin ich auch damit glücklich. Ich weiß, was mir Spaß macht, was ich mag und wohin ich möchte. Ich bin ich und das ist auch gut so. Ich glaube, wenn sich mehr Menschen Gedanken darüber machen würden, wer Sie wirklich sind, was sie ausmacht, was sie lieben und schätzen, wohin sie einmal wollen, sich einfach mal die Zeit nehmen ihre Handlungen zu reflektieren und zu hinterfragen, ja dann, ja dann würden sie viel glücklicher Leben und es gäbe viel weniger Streit und Krieg. Wir würden rücksichtsvoller miteinander umgehen und wahrscheinlich nicht nur an Weihnachten unsere Liebsten beschenken.

 

 

 

 

Die Stimme der Angst?

Vom Entdecken und erschreckt werden...
Die Welt dreht sich. Das Wetter auch. Hui ist das gerade kalt draußen. Ich sitze hier gerade eingekuschelt in eine Decke und schlürfe einen frisch gemahlenen Kaffee. Macht es mir doch jetzt einfach einmal nach, besorgt euch eine heiße Tasse Tee und lauscht meiner kleinen Geschichte.
Vor einigen Tagen, lass es ein Freitag gewesen sein, kam ich auf die glorreiche Idee unseren Garten umgraben zu wollen. Unser Grundstück ist echt nicht sehr groß, eher so klein und fein mit einem winzigen Blumenbeet und einem Pflaumenbaum in der Mitte. Die Sonne hatte über den Sommer das Gras eingetrocknet. Ein grau-brauner Teppich überzog den Boden. Mit der Idee im Kopf an einem Tag den kompletten Garten umgraben zu können, hüpfte ich in den Baumarkt um eine Gartenhacke zu holen. Den eins wusste ich: Der Spaten wird wohl nicht reichen. Im Baumarkt hatte man sich wohl nicht darauf vorbereitet, dass jemand vorhaben könnte seinen Garten umzugraben, denn sie hatten weder Hacken, noch irgendwelche Spaten. Eine freundliche Mitarbeiterin, die ich nach einer halbstündigen Suche endlich fand erzählte mir dann, dass sie die letzte Hacke vor einem halben Jahr verkauft hätte und sie höchstens mal im Lager nachschauen könnte. Ich bat sie darum und kurze Zeit später kam sie dann auch mit einem Monstrum in beiden Händen wieder. Es entpuppte sich als eine Rheinische Hacke mit einer gewaltigen Metallkante und einem 1,5m langen Stiel. Motiviert wie ich war nahm ich sie direkt mit und machte mich an die Arbeit den Boden aufzugrubbern. Der erste Schlag ging sehr gut. Ich war beeindruckt. Das Metall fraß sich in die Erde und nahm alles mit was sich darunter verbarg. Der zweite Schlag war schon etwas schwieriger. Ich dachte mir aber nichts Böses dabei, denn die Erde konnte in ein paar Zentimeter Tiefe ja schon etwas fester getreten sein. Beim dritten Schlag machte es dann nur noch „Plöing“. Die Hacke flitze wie ein Flummi wieder nach oben, ganz ohne auch nur einen Millimeter an Tiefe gewonnen zu haben. Etwas Graues blitzte durch die eben aufgebrochene Erdschicht. Hatte ich etwa einen Schatz gefunden? Schnell vergrößerte ich das Loch rund um die graue harte Stelle. In diesem Moment wurde mir bewusst, was sich seit fast über 20 Jahren unter unserer Wiese verbarg. Ich fand gewaltige Betonbrocken, Plastiktüten, zerbrochene Keramiken, eine alte verrostete Zange und jede Menge Steine. Die Bauarbeiter hatten wohl einfach ihren Schutt in unserem Garten entsorgt und darauf zur Tarnung eine nur sehr dünne Erdschicht verteilt. Kein Wunder, dass viele Büsche und Pflanzen nach kurzer Zeit immer eingingen. In einer nur 7cm hohen Erdschicht kann man ja als große Pflanze gar nicht genügend Nährstoffe finden. Aus dem Projekt den Garten einfach an einem Tag umzugraben, wurde dann nichts. Am Ende war es nur ein kleiner Streifen, den ich von dem Schutt befreien und mit neuer Erde aufschütten konnte. Der Rest ist dann die Aufgabe von einem Bagger. Nach 4 Stunden graben und fluchen in der Hitze war ich so erschöpft, dass ich mich direkt in mein Zimmer schleppte und kurze Zeit später bei offenem Fenster einschlief.
Gegen 1 Uhr am Morgen hörte ich eine Frauenstimme sehr laut schreien. Es klang so als würde sie um ihr Leben rufen. Erst noch durch meinen Schlaf gedämpft, dann aber umso wacher ich wurde immer lauter. NEIN, NEIN, NEIN! Verschlafen und so halb noch im Traum malte ich mir aus, was gerade passieren könnte. Wurde da gerade eine Frau bedroht? Vielleicht sogar vergewaltigt. Plötzlich stand ich im Bett. Ich musste ihr helfen. Vielleicht konnte ich ja die Polizei rufen oder aus dem Fenster etwas schreien, damit der Angreifer zurückgeschreckt würde. Langsam lugte ich aus meinem Dachfenster. Die Frau schrie immer noch. NEIN, NEIN, NEIN, NEIN! Jetzt hörte ich sie aber deutlicher. Im Haus gegenüber brannte Licht. Im Dachfenster saß der Nachbarsjunge Marvin im linken Arm ein Mädchen. Sie umklammerte ihn förmlich. In der Tür zum Dachzimmer erkannte ich die Schemen der Mutter. Sie war es die so laut schrie. NEIN MARVIN, NEIN! Ein leichter Geruch von Gras lag in der Luft. Der nächste Windhauch blies mir aber wieder frische Luft um die Nase, sodass ich das hier und jetzt nicht mehr beschwören würde. NEIN MARVIN, SO REDEST DU NICHT MIT MIR! ICH GEHE JETZT NICHT RAUS. NEIN! NEIN! NEIN! DU RAUCHST? DAS GIBT ES HIER NICHT! KOMM JETZT MIT MIR RAUS! Die Antworten von Marvin gingen im Geschrei seiner Mutter unter. Irgendwie zog mich die Szenerie in ihren Bann. Ich stand bestimmt 10min auf meinem Bett, starrte aus meinem Dachfenster und beobachtete, wie sich Marvins Freundin sichtlich unwohl an ihn klammerte und im Türrahmen die Silhouette der Mutter auf und ab tobte. Langsam fröstelte es mich dann aber, ich schloss das Fenster und legte mich wieder schlafen.
Wie ich wohl reagieren würde, wenn mein Sohn Gras rauchen würde? Wahrscheinlich würde ich es ganz anders angehen. Was hilft es nur Verbote auszustellen, Fehler zu bestrafen, ganz ohne vorher überhaupt erklärt zu haben warum. Ich würde mit meinen Kindern über Drogen sprechen, ihnen erklären wie sie wirken und welche Gefahren sie beherbergen. Vor allem würde ich ihnen zeigen, wie man sich selbst reflektiert, herausfindet wer man wirklich ist und glücklich mit sich selbst und der Welt wird. So glücklich, dass Rauschmittel eher eine Verminderung des derzeitigen Glücks sind. Ich bin kein Freund von Alkohol, Gras oder Anderem. Sie verändern das Gleichgewicht, die Wahrnehmung, das Ich-Bewusstsein. Du verlierst die Kontrolle über dich selbst, handelst nicht mehr nach deinen Prinzipien, du kehrst dein inneres Tier heraus. Für mich sind das extrem unschöne Zustände. Es ist kein leichter Weg sich selbst zu erkennen, vielleicht auch zu verändern damit man an den Punkt kommt an dem man mit sich im Reinen ist. Deshalb sollte man niemanden verurteilen, der sich versucht zu berauschen. Man sollte ihm mit gleicher Menschlichkeit entgegentreten wie allen anderen Menschen auch. Ihm Hilfe anbieten und ihn unterstützen. Kurzgesagt hat ein wunderbares Video zu dieser Thematik gemacht, welches ich euch in der Infobox und der Endcard verlinke. Sie gehen das ganze wesentlich wissenschaftlicher und faktenbasierter an.
Mittlerweile scheint jetzt auch wieder die Sonne und es ist echt wärmer geworden. Da kann ich ja doch nochmal eine Runde durch den Wald wandern. Was ich dort erlebe, könnt ihr vielleicht auf meinem Instagram Profil sehen. Ich sage auf jeden Fall für heute erst einmal Tschüss. Wenn euch das Video gefallen hat, würde es mir extrem helfen, wenn ihr ein Like dalasst, eure Gedanken zu dem Thema Rauschmittel in den Kommentaren hinterlasst, meine Sicht ist da auch sehr subjektiv, und um keine Videos zu verpassen meinen Kanal abonniert. Machts gut!